Konzert: REQUIEM für Soli, Chor und Orchester, Op. 89 von Dvořák in der Versöhnungskirche

Sonntag, 03. November 2019, 17.00 Uhr

 

Antonín Leopold Dvořák wurde am 8. September 1841 im böhmischen Mühlhausen (heute: Nelahozeves/Tschechien) geboren. Im Alter von sechs Jahren erhielt Dvořák zum ersten Mal Geigenunterricht; mit 13 Jahren durfte er auf die deutsch-sprachige Schule im benachbarten Zlonice wechseln. Hier traf er auf den Musiklehrer und Kantor Antonín Liehmann, der ihn gründlich und vielseitig in Theorie und Praxis der Musik einführte (Violin-, Viola-, Orgel- und Harmonielehreunterricht). Es entstand in ihm der Wunsch, als Kirchenmusiker seinen Lebens unterhalt zu verdienen – so wie sein Vorbild Liehmann. Da es Dvořák nicht gelang, eine Stelle als Organist zu erhalten, arbeitete er elf Jahre lang als Bratschist in einem privaten Orchester, das unteranderem in Kaffeehäusern Tanzmusik spielte. Ab 1862 wurde der 21-jährige Dvořák Mitglied des neugegründeten Prager Interimsorchester, welches die Vorstufe desheutigen Symphonieorchesters des Nationaltheaters darstellt. Dvořák komponierte fleißig weiter, ging aber mit seinen Werken nicht an die Öffentlichkeit; manche vernichtete er sogar in dem Glauben, sie seien nicht gut genug. Seinen internationalen Durchbruch ab dem Jahr 1877 hatte Dvořák Johannes Brahms zu verdanken: Brahms war so von den Werken des jungen böhmischen Kollegen angetan, dass er sich bei seinem Verleger dafür stark gemacht hat, Dvořáks Duett-Sammlung „Klänge aus Mähren“ zu publizieren. Seither verband die beiden Komponisten eine lebenslange, enge Freundschaft.

Dvořáks Requiem zählt zu den großen und häufig aufgeführten kirchenmusikalischen Werken des tschechischen Komponisten und den bedeutendsten Requiem-Kompositionen der Musikgeschichte. Dass Dvořák sich zur Vertonung des Requiem-Textes entschied, war von keinem äußeren Anlass wie dem Verlust einer nahestehenden Person bestimmt, sonst das grundlegende Bedürfnis Dvořáks, sich mit Tod und Sterben zu befassen. Bemerkenswert am Requiem ist die Tatsache, dass nicht die Trauer um die Verstorbenen im Mittelpunkt des liturgischen Textes steht, sondern die Kraft des Glaubens, mit der die Angst vor dem Jüngsten Tag überwunden werden soll.

Dvořák konzipierte sein Werk für eine konzertante Aufführung mit zwei klar voneinander getrennten Teilen: In dem ersten Teil stehen Trauer, Bekenntnis der Schuld und Gebete um Erlösung im Zentrum. Die Stimmung ist vorwiegend düster, beklemmend, oft auch erschreckend. Der zweite Teil des Werkes dreht sich um Fragen nach Tröstung. Musikalisch stellt Dvořáks Requiem eine Folge von Variationen über ein Todesmotiv dar, das an den Anfang des zweiten Kyrie aus Bachs h-Moll Messe angelehnt scheint. In den Vokalpartien lässt die Musik häufig eine Aura der Erhabenheit entstehen. Solisten und Chor scheinen manchmal wie aus einer anderen Zeit heraus zu singen. Dann erinnert die Stimmführung und Harmonik zuweilen an alte Kirchenmusik. Der Text des Requiem scheint für das Alte, Überlieferte und Vertraute zu stehen und damit auch Sicherheit auszustrahlen und Trost zu spenden: Die Liturgie ist die Grundlage der Glaubensgemeinschaft. Dies wird von Dvořák vorgeführt. In der Gemeinschaft der Gläubigen ist der Einzelne sicher aufgehoben.

Das Requiem entstand 1890 als Auftragskomposition des renommierten Birmingham Triennial Music Festival und wurde dort unter der Leitung des Komponisten am 9. Oktober 1891 erstmal ausgeführt.

Mitwirkende:

Romy Petrick, Sopran | Ewa Zeuner, Alt
Patrick Grahl, Tenor | Christoph Hülsmann, Bass
Elbland Philharmonie Sachsen
Kantorei der Versöhnungskirche

Leitung: Kantorin Margret Leidenberger

Karten zu 18 €, ermäßigt 16 €.  Kinder unter 10 Jahre sind frei.

Kartenvorverkauf:

  • in der Konzertkasse Schillergalerie und Florentinum, sowie online www.konzertkasse-dresden.de
  • im Pfarramt (während der Öffnungszeiten)
  • Sonntags nach den Gottesdiensten in der Versöhnungskirche und bei Frau Leidenberger

Abendkasse: eine Stunde vor Beginn des Konzertes geöffnet.