AG Integration - Informationen zu Deutschkurs und Begegnungscafé in Striesen

Seit Juni 2014 gibt es ihn nun, den Deutschkurs für Geflüchtete in den Räumen der Versöhnungskirche. Damals begannen Frau Schönhöfer, pensionierte Deutschlehrerin, und Frau Löber, ehemalige Religionspädagogin, mit dieser Arbeit. Und es war zunächst eine kleinere Zahl von vor allem syrischen Kriegsflüchtlingen, die das Angebot zum Deutschlernen nutzten.

Ab Herbst 2015 veränderte sich die Situation grundlegend. Mit der großen Zahl an Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Libyen und anderen Ländern kamen auch immer mehr Frauen, Männer und Kinder zu unseren Deutschkursen dienstags und donnerstags. Oft waren es zwischen 30 und 50 Personen, mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen: von Analphabeten bis zu Hochschulabsolventen mit guten Englischkenntnissen, manchmal quer durch die Familien.

Da kamen auch die „Lehrerinnen und Lehrer“ bald an ihre Grenzen. Glücklicherweise wurde auch der Helferinnen- und Helferkreis größer und damit die „Herkulesaufgabe“ leistbar.

Seit dieser Zeit hat es bis heute natürlich manche Veränderung gegeben:

  • neben einzelnen Syrern kommen jetzt verstärkt  Afghanen und Iraner zum Deutschkurs;
  • die Zahl der „Schülerinnen und Schüler“ ist wieder deutlich kleiner geworden;
  • auch die Zahl der Helferinnen und Helfer hat sich verringert (heute zwischen 10 und 15).

Die kleinere „Schüler“-Zahl bietet uns aber auch die Möglichkeit zu individuellerer Förderung.

Ein wesentlicher Grund für die geringere Teilnehmerzahl sind die inzwischen vom Freistaat oder der Stadt geförderten Sprachkurse, die viele unserer bisherigen Besucherinnen und Besucher vormittags oder nachmittags besuchen (müssen). Einige kommen aber zusätzlich noch gern zu uns, um das Sprechen zu üben, sich die Grammatik erklären zu lassen oder Unterstützung bei den Hausaufgaben zu bekommen. Auch für bevorstehende Prüfungen (häufig  A2 und B1) können wir mit ihnen üben. In ihren Sprachkursen wird ihnen viel Wissen vermittelt. Für die Anwendung dieses Wissens fehlt dann aber meistens die Zeit.

Wir kommen wöchentlich (auch in den Ferien) dienstags und donnerstags von 10.00 bis 11.30 Uhr zusammen.


Nach einem gemeinsamen thematischen Einstieg arbeiten wir heute meist in Eins-zu-eins-Betreuung. Es ist eine sehr intensive und dankbare Aufgabe, bei der wir selber sehr viel von unseren „Schülerinnen und Schülern“ lernen, über ihre Heimat, ihr Leben, ihre Religion und ihre Wünsche für die Zukunft.

Zum Begegnungscafé mit Flüchtlingen treffen wir uns jeden Donnerstag nach dem Deutschunterricht. Seit 2015 ist jeder in das Gemeindehaus der Versöhnungskirche eingeladen, der mit uns Helfern sprechen möchte oder sich einfach in der Gruppe wohlfühlt. Zu Beginn reichen wir uns stets die Hände in einem großen oder auch kleineren Kreis und begrüßen uns fröhlich mit „SALAM und herzlich WILLKOMMEN“.

Wichtig ist uns das gemeinsame Gespräch mit den Flüchtlingen. In unseren Gesprächsrunden erklären wir uns gegenseitig kulturelle Erfahrungen oder unsere Verhaltensweisen. Auch religiöse Sichtweisen zwischen Muslimen und Christen oder unseren Traditionen werden dabei berührt oder respektvoll ausgesprochen. In diesen Gesprächsrunden gelingt die Verständigung immer besser, da sich die deutschen Sprachkenntnisse der Flüchtlinge, dank Deutschkurs und anderen Sprachkursen in den letzten beiden Jahren erfreulich verbessert haben.

Wir helfen in der Begegnungscafé-Runde nicht nur durch individuelle Ratschläge, sondern sind behilflich beim Ausfüllen von Anträgen oder Begleitung bei der Wohnungs- oder Jobsuche. Inzwischen haben sich die meisten Flüchtlinge in Wohnungen einrichten können. Deshalb ist unsere praktische Unterstützung durch Weitergabe von Kleidung, Hausrat, Möbel oder Fahrräder nur noch vereinzelt möglich oder erforderlich. Einige gemeinsame Arbeitseinsätze im Kirchengelände haben uns ebenfalls zusammengeführt.

Wichtig ist es uns, unsere Flüchtlinge auf vielfältige kulturelle Angebote in Dresden aufmerksam zu machen. Höhepunkte sind dabei Stadtausflüge oder wiederholte Museumsbesuche, die uns die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden engagiert und großzügig ermöglichen.

So gelingt es uns Helfern, im kleinen Rahmen des Begegnungscafés, Menschen, die Schutz suchen, zu erreichen und Hilfen im Alltag anzubieten. Auch wir Helfer verändern dabei unsere Sichtweisen …