Kantorei

Die Kantorei der Versöhnungskirche ist eine der größten und leistungsfähigsten Kantoreien Dresdens, die sowohl im oratorischen Bereich als auch im A-Cappella Gesang zu Hause ist. Zum Repertoire gehören die Oratorien von Bach (Weihnachtsoratorium, Johannespassion, Matthäuspassion, H-Moll Messe), "Messias" von Händel ," Requiem" von Brahms, Suppè, Mozart, oder Herzogenberg, die "Schöpfung" von Haydn, "Stabat Mater" von Dvorak, und A-Cappella Musik von Schütz bis zur Moderne und Pop.

Das Ganze runden jährliche Rüstzeiten und Probenwochenenden ab.

In größeren Abständen reisen wir auch durch die Lande und machen Chorfahrten. Diese Höhepunkte im Chorleben der Kantorei führten uns bereits nach Mecklenburg, Baden-Württemberg, Niedersachsen und ins Münsterland.

Junge Sängerinnen und Sänger sind herzlich zum Mitsingen eingeladen.

Probe Kantorei

donnerstags 19.30 - 21.15 Uhr im Gemeindesaal der Versöhnungskirche

Rückblick: Konzertreise der Kantorei und des Posaunenchores, 27.-31. Oktober 2023 // NRW

 

Es gehört zu den ganz besonderen Erlebnissen, mit der Kantorei und dem Posaunenchor unserer Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz auf Konzertreisen zu gehen. In diesem Jahr hatten wir diese Möglichkeit. Wir besuchten Ende Oktober (27.-31.10.23) Nordrhein-Westfalen – das Bundesland mit den meisten Einwohnern: Über 18 Millionen Menschen leben dort, mehr als im ganzen Osten Deutschlands. Mit unserem Programm „Musik zum Reformationsfest“ im Gepäck wollten wir Menschen in Wetter an der Ruhr, Hagen und Dortmund erfreuen und natürlich auch die Gegend kennenlernen. Organisiert haben die Reise Kantorin Margret Leidenberger und Gemeindepädagoge Sebastian Holzhausen, der aus Hagen stammt.

Wir übernachteten in der Jugendherberge Hagen und starteten von dort aus mit unserem Reisebus-Fahrer, der uns an alle Orte brachte. Diese Fahrten wurden intensiv genutzt, um endlich einmal die Mitsängerinnen und -sänger, sowie die Bläser kennenzulernen und sich auszutauschen.

Vor unserem ersten Konzert in Wetter an der Ruhr war Zeit für einen Ausflug ins Freilichtmuseum Hagen, wo in historischen Gebäuden altes Handwerk und Technik gezeigt wurde. Wir erlebten spannende Führungen rund um die Themen Energie und Essen. 

Die Gemeinde der Lutherkirche in Wetter begrüßte uns am  Samstagabend herzlich im modernen Glas-Gemeindehaus neben der 1905 erbauten neugotischen Kirche. Wir konnten ein schönes Konzert erleben. Der Posaunenchor sorgte mit seinen Stücken für eine stimmungsvolle Abwechselung – beispielsweise mit „Zeit“ von Tilman Peter, Landesposaunenwart der Sächsischen Posaunenmission. Es gab viel Beifall. Die Kantorin war erleichtert: „Es war gut“, freute sich Margret Leidenberger. Der Grund: Wir musizierten in kleinerer Besetzung. Nur ein Teil des Chores und der Bläser war mit auf die mehrtägige Reise gekommen.

Am folgenden Tag, dem Sonntag, gestalteten wir in der Christuskirche Hagen-Eilpe einen musikalischen Gottesdienst mit Taufe der kleinen Mirjam. Hier wurden wir ganz besonders herzlich begrüßt, da das die Heimatgemeinde von Sebastian Holzhausen ist. Pfarrer Norbert Deka mit seiner sehr bodenständigen Art hielt seine Predigt zum Thema „Liebet eure Feinde“ trotz größter Aktualität kurz, so dass wir viele unserer Stücke, die perfekt zum Thema passten, u. a. die Motette „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“ (BWV 228) von Johann-Sebastian Bach oder „Ubi Caritas et amor“ (Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott) von Ola Gjeilo singen konnten. Sogar der Heinrich-Schütz-Satz „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ konnte am Ende noch erklingen. Die 125 Jahre alte Kirche war gut gefüllt, es gab viel Beifall.

Vor unserem nächsten Auftritt war Zeit für einen Besuch der Zeche Zollverein in Essen – Unesco Welterbe und Kulturhauptstadt-Projekt von RUHR.2010. Vom Dach eines ehemaligen Bergwerksgebäudes wurde das gewaltige Ausmaß der Zeche sichtbar. Während der Führungen erfuhren wir Wissenswertes über die einst größte Steinkohlezeche der Welt, ihre besondere Architektur, technische Innovationen und die schwere Arbeit unter Tage. „Hart, aber herzlich“ seien die Leute hier, erzählt ein früherer Arbeiter, der als Lehrling startete und bis zur Schließung 1986 im Bergwerk tätig war. Sehr beeindruckend.

Die musikalische Vesper am Vorabend zum Reformationsfest, die uns in die St. Nicolai-Kirche nach Dortmund führte, bot wieder etwas Neues. Sebastian Holzhausen gestaltete mit Dortmunder Pfarrerin Miriam Helmert eine Dialog-Predigt. Sehr besonders wirkte unsere Chor- und Bläsermusik hier in der modernen Kirche, 1929/30 erbaut als erste Sichtbetonkirche Deutschlands, mit riesigen, farbigen Glasfenstern, bei strömendem Regen. Bläserstücke wie „Herr, bleibe bei uns“ von Mauersberger oder „Frieden“ erklangen besonders eindrucksvoll. Das Chorstück „Lux aurumque“ („Licht und Gold“) von Eric Withacre strahlte als letztes Lied im Halbdunkel nach.

Krönender Abschluss des lange und aufwändig von Margret Leidenberger geprobten Programms war dann unser "Konzert zum Kirchenjahresende" in der gutgefüllten Versöhnungskirche am 12. November – diesmal in der vollen Besetzung.

Mandy Weigel