„schaut hin!“ fordert uns das Motto des diesjährigen Ökumenischen  Kirchentages in Frankfurt am Main auf. In Frankfurt? Nicht wirklich. Aber virtuell.

Zu sagen, dass auch der Kirchentag diesmal „anders“ wird, würde zum einen die derzeit deutlich überstrapazierte Formulierung ein weiteres Mal bemühen, zum anderen würde es den Blick auf das Defizit lenken: der Kirchentag findet nicht wie gewohnt statt. Keine fröhlichen Menschenmengen,  die für ein langes Wochenende ein Stadtbild prägen, feiern, diskutieren, singen, beten und sich begegnen. Beginnen wir also bei Null und schauen hin: das Leitwort des Kirchentages ist der berühmten Erzählung von der Speisung der Fünftausend entnommen. Ungläubiges Staunen stelle ich mir als erste Reaktion auf ein solches Wunder vor. Einziger Weg, den Zweifel auszuräumen:  schaut hin!

Die Menschen, die das Motto des Kirchentages auswählten, haben es bewusst klein geschrieben. Denn es soll nicht nur ein an uns gerichteter Imperativ sein, sondern auch eine Zusage: Gott schaut hin. Bei der Speisung der Fünftausend und gewiss auch beim diesjährigen Kirchentag. Dieses Motto soll ermutigen, selbst hin zu schauen, wo wir Dinge übersehen, wo es Bedarf zum Handeln gibt - gestärkt von der Gewissheit, dass Gott für uns sorgt.

Noch planen die Gestaltenden an den Einzelheiten dieses virtuellen Kirchentages. Es wird Vorträge, interaktive Angebote und natürlich Gottesdienste geben. An all dem kann man online teilnehmen - und es je nach Lage dezentral in Gemeinschaft erleben. Gerahmt wird das Programm von zwei bundesweit ausgestrahlten Gottesdiensten an Christi Himmelfahrt (13. Mai) und dem darauffolgenden Sonntag (16. Mai), dazwischen wird es viele kleinere Formate geben. Die genauen Möglichkeiten der Teilnahme werden derzeit noch geplant. Aktuelle Informationen und die Möglichkeit, sich für einen Newsletter anzumelden, sind auf der Homepage des Kirchentages www.oekt.de zu finden.

Zwei große Vorteile sind aber bereits klar: alle, die mögen, können teilnehmen. Auch mal nur an einer Veranstaltung, ohne dafür nach Frankfurt fahren zu müssen. Und: niemand muss dafür auf einer zu dünnen Isomatte auf dem Boden eines schlecht gelüfteten Klassenzimmers übernachten.

Herzliche Einladung also, bei diesem Kirchentag genau hin zu schauen!

Sebastian Holzhausen

 

TV-Übertragungen

Christi Himmelfahrt, 13. Mai, 10.00 Uhr in der ARD: Ökumenischer Gottesdienst „Erzählt von mir“

Sonntag, 16. Mai, 10.00 Uhr im ZDF: Schlussgottesdienst „schaut hin - blickt durch - geht los“