Ausstellung in der Bethlehemkirche

„So fern – So nah“

Radierungen von Jörg Schmeisser

Jörg Schmeisser (1942-2012) war ein Künstler und Weltmensch. Geboren in Stolp/ Pommern, aufgewachsen in Hamburg, nach dem Studium in Hamburg und Japan zog er später mit seiner Familie nach Australien. Zahlreiche Reisen führten ihn durch Europa, den mittleren Osten, Ostasien und sogar bis in die Antarktis. Als junger Künstler arbeitete er als Grabungszeichner in Israel und Griechenland. Später nahm er Lehraufträge in Australien, China, Deutschland, Israel, Italien und Japan wahr.

Zahllose Eindrücke aus aller Welt, besonders aber die aus Ostasien finden in Schmeissers Werk Ausdruck. Die Wunder der Natur mischen sich in seinen Blättern akribisch und detailreich mit Ornamenten, Architekturdetails, Notizen und Tagebucheintragungen zu fantastischen Collagen, die von meisterlicher Beherrschung der künstlerischen Techniken zeugen.

Sein Lehrer Paul Wunderlich beschrieb dies 1987: „Die Kunst des Radierens, von vielen ausgeübt, von wenigen wirklich beherrscht, Ihnen, lieber Schmeisser, hat sie sich von Anfang an gefügig gezeigt. Der Sinn für samtige Schwärze, für zartes Grau, für gestochene Linien und für gesponnenes Geflecht …, dieser Sinn für die geheime Sinnlichkeit der schwarzen Kunst war Ihnen angeboren … Und mit Vergnügen sehe ich, wie in archäologischer Akribie Sie Ihre Themen bewältigen, die harten Schalentiere und die weichen Glieder der Damen, die Architektur der Vedouten und die Strukturen ferner Berge.“

Passend zum Titel der großen Schmeisser-Retrospektive 2018 in Japan „Never ending journeys“ machen einige seiner Werke Station in der Sommerausstellung der Bethlehemkirche.

Die Ausstellung war von Schmeisser ursprünglich für einen anderen Ort vorbereitet worden. Jetzt wird sie in Dresden gezeigt.

Die Ausstellung kann bis zum 14. September 2019 besichtigt werden – immer im Anschluss an die Gottesdienste und Veranstaltungen sowie zur „Offenen Kirche“ jeden Mittwoch von 17.00 bis 19.00 Uhr.